.

Klasse: Aves (Vögel)

Der "Aufbau" des Wellensittichs

 

Ordnung:  Psittaciformes (Handfüßler)
Familie: Psittacidae (Papageien)
Unterfamilie: Psittacinae (Echte Papageien)
Gattungsgruppe: Platycercini (Plattschweifsittiche)
Gattung: Melopsittacus
Art: Undulatus
Heimat: Australien
Grösse: 16-20 cm
Gewicht: ca. 30 g
Aussehen: Grün-gelb mit schwarzen Wellenmustern, hauptsächlich am Flügel, Kopf  und am Schwanz, violette Bartflecken. Wachsnasenhaut beim weiblichen Welli braun, beim männlichen Welli blau.

Am Rande:

Die Eingeborenen Australiens nannten den Wellensittich "Betcherrygah" (Daher auch die Überleitung zum englischen "Budgerigar")
, was soviel wie "Gutes Essen" bedeutet.

P.S.: Mahlzeit!! ;-)

    


kurz: Melopsittacus undulatus Shaw
- Melos = Gesang
- psittakos = Papagei
- undulatus = Wellenlinie

    

Bis auf die Küstenregionen bewohnen Wellensittiche fast das ganze Land. Die Hauptbrutgebiete liegen im südlichen Westaustralien und in Neusüdwales im Südosten. Als Nomaden im lebensfeindlichen Inneren des Kontinents aber haben sie eine von nur wenig Konkurrenz besiedelte Nische gefunden. Die nutzen sie mit überwältigendem Erfolg - als zahlenmäßig größte Papageienart Australiens.

Der Wellensittich lebt in seiner Urheimat Australien als Teil eines Schwarms, d.h. einem Zusammenschluß von Artgenossen zum Schutz vor Feinden und zur besseren Nahrungsfindung. Oft sind es mehrere Tausend Vögel die zusammen das Land Zentralaustraliens nach Nahrung und Wasser "durchstreifen". er hat es in seiner Heimat Australiens aufgrund des dortigen Klimas und der Umgebung nicht sehr leicht das eigene Leben und das der Nachkommen zu sichern. Tagestemperaturen von mehr als 40 Grad sind nicht selten. Regen gibt es in einigen Regionen jahrelang nicht, das Nahrungsangebot ist dadurch auch eher spärlich vorhanden. Hinzu kommen Feinde wie Schlangen, Echsen und Greifvögel die den Wellensittich und seine Brut bedrohen.

Aufgrund der frühen Geschlechtreife, der guten Reaktion, der Ausdauer und Wendigkeit im Flug, des Lebens im Schwarm und ihrer Anspruchslosigkeit bei der Nahrungsfindung schaffen es diese zähen Vögel doch ihre Art zu erhalten.

 

 

Wie der Wellensittich nach Europa kam...

Anfang des 19. Jahrhunderts fand man Hunderte von neuen Pflanzen und Tierarten bei der Entdeckung bzw. Besiedlung Australiens, darunter auch ein kleiner grüner Vogel mit auffälligem Wellenmuster. Um 1830 gab es nur ein ausgestopftes Exemplar im Naturkundemuseum von London wo der Wellensittich zunächst den Lateinischen Namen "Psittacus Undulatus" (Der gewellte Papagei) bekam.

Am Rande:


Nach Schätzungen leben in Deutschland rund 6-10 Millionen Wellensittiche. Viele von ihnen immer noch in Einzelhaltung...

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht..., sagt man gerne. Die Unwissenheit liegt beim Halter, die Strafe beim Welli, sage ich. 

Ein Welli braucht seinen Artgenossen, wie wir Menschen unsere Freunde und Familie brauchen.

Ein Plastikwelliimitat reagiert nicht auf das Werben eines Männchens, ein Spiegel läßt sich nicht füttern oder putzen, eine menschliche Stimme reicht zur Unterhaltung nicht aus und ein Glöckchen ist kein Spielkamerad.


Zwar wurden während dieser Zeit Wellensittiche eingefangen und nach Europa transportiert doch den Einfang und den strapaziösen Transport von Australien nach Europa überlebten nur wenige der kleinen Papageien, so das jahrelang nur wenig über ihn bekannt wurde. 

1840 brachte der britische Forschungsreisende John Gould lebende Wellensittichpaare nach Europa, die dank der mithilfe von Goulds Schwager, bald mit dem Brüten begannen. Neue Erkenntnisse wurden hierdurch über den Welli erreicht, unter anderem korrigierte man seinen Lateinischen Namen in "Melopsittacus undulatus" (singender Wellenpapagei). Der kleine "singende" Papagei machte dadurch schnell auf sich aufmerksam, und bald schon stieg die Nachfrage nach Wellensittichen. Eine regelrechte "Wellieuphorie" verbreitete sich in Europa. Einige Europäische Länder importierten über 100.000 Paare im Jahr, so das Australien, aus Angst vor der Ausrottung, im Jahr 1894 ein Ausfuhrverbot für die kleinen Papageien verhängte. 

Der Ausfuhrstop bewirkte nur das Entstehen von riesigen Wellensittichzuchtanlagen, in denen mehrere Tausend Vögel gehalten und vermehrt wurden. In Südfrankreich zum Beispiel wurden 1880 und 1886 zwei Zuchtstationen gegründet, die jeweils zwischen 80.000 und 100.000 Wellensittichen besaßen. Vor allen mit den farblichen Mutationen wurde viel Geld gemacht. Für einen blauen Wellensittich bezahlte man z.B. nach dem ersten Weltkrieg über 1500 Reichsmark.

 

 Die ersten gelben Wellensittiche wurden 1872 in Belgien gezüchtet. 1878 gelang die Zucht von blauen Wellensittichen, 1917 und 1940 folgten dann die Züchtungen des weißen und des dänischen Schecken. Heute gibt es den weltweit beliebtesten "Stubenpapagei" in 800 verschiedenen Farb- und Musterschlägen. 

 

 

Die wichtigsten Farbschläge sind...

Albinos Weiße Vögel ohne Wellenmuster und mit roten Augen

Am Rande:


Im 19. Jahrhundert versuchte man "rote" Wellensittiche zu züchten in dem man ihnen roten Pfeffer zu fressen gab, dies war jedoch nie von Erfolg gekrönt, da der Wellensittich keine "herauszüchtbaren" roten Farbpigmente besitzt.


Lutinos Gelbe Vögel ohne Wellenmuster und mit roten Augen
Normal Grüne Vögel mit gelbem Kopf oder blaue Vögel mit wei0ßem Kopf, beide stets mit schwarzen Wellenmustern
Opaline Wellensittiche, bei denen das Wellenmuster im Nacken- und Rückenbereich V-förmig reduziert wurde.
Schecke Wellis mit unterbrochenem Wellenmuster und abgesetztem, sehr variabel gefärbten Gefiederpartien.
Spangle Federn, die bei normalen Wellis schwarz mit heller Säumung sind, sind hier hell mit dunkler Säumung.
Zimter Wellis, bei denen das ursprünglich schwarze Wellenmuster brau gefärbt ist.