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WELLENSITTICH

Wissenschaftlicher Name:

Melopsitacus undulatus

Herkunft:

Australien, dort findet man Wellensittiche in riesigen Scharen, vor allem in buschreichen

Grassteppen mit einigen Bäumen. Wellensittiche sind richtige kleine Vagabunden. Sie

fliegen auf Wanderschaft umher, bis sie irgendwo optimale Bedingungen vorfinden. Dann

mausern sie und brüten auch. Die Sesshaftigkeit dauert jedoch nur so lange, bis die Jungen

flügge sind.

Wesen:

sehr gesellig, neugierig, munter, bewegungsfreudig, leicht zähmbar

Biologische Daten:

Gewicht 35 – 85 g, Größe 18 – 22 cm (mit Schwanz), Brutdauer:18 Tage, Gelegegröße:

4 – 8 Eier, Höhlenbrüter, Jungtiere sind in vier Wochen flügge

Ernährung:

Wellensittiche sind Körnerfresser, die in ihrer Heimat im australischen Busch viele verschiedene

Gräsersamen fressen. Während der Brut nehmen sie gerne auch etwas weicheres

Futter, z.B. unreife Samen oder auch mal ein paar Insektenlarven. In der Heimtierhaltung

bekommen sie mit Sittich Perle eine feine und vielseitige Saatenmischung.

Haltung:

Es gibt viele Möglichkeiten, Wellensittichen ein artgerechtes Zuhause zu bieten, z.B. in

einem geräumigen Vogelheim oder einer Voliere. Das Wichtigste ist jedoch, dass Wellensittiche

nicht allein gehalten werden sollten. Diese Schwarmvögel sind so gesellig und

kontaktbedürftig, dass man ihnen den Kontakt zu Artgenossen nicht verwehren sollte.

In der Voliere vertragen sich Wellensittiche mit vielen anderen Vogelarten. Diese sind

– ebenso wie der Mensch – jedoch kein Ersatz für einen Artgenossen. Zwei Weibchen

oder zwei Männchen vertragen sich übrigens ebenso gut wie ein Pärchen.

Das Wellensittichheim sollte möglichst groß sein, so dass die Vögel darin auch etwas

fliegen können. Außerdem klettern Wellensittiche sehr gerne und gut. Daher ist es wichtig,

dass die Streben des Vogelheimes quer angeordnet sind. Zum Klettern geeignet sind

auch Sitzstangen und Naturäste, z.B. von ungespritzten Obstbäumen, in unterschiedlicher

Dicke. Diese werden von den Vögeln auch gerne beknabbert, liefern wertvolle

Spurenelemente und sind - wie die beliebten Kräcker® - eine hervorragende Beschäftigungsmöglichkeit.

Besonderheiten:

Die Wildform des Wellensittichs ist grün mit gelbem Gesicht und schwarzen Wellenlinien

auf Kopf, Flügeln und Rücken sowie violette und schwarze Kehltupfen. Da Wellensittiche

schon seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet werden, konnten sich inzwischen aber mehr

als 100 verschiedene Farbspielarten herausbilden.

Beim erwachsenen Wellensittich lassen sich die Geschlechter anhand der Farbe der

Nasenhaut unterscheiden. Beim Männchen ist diese blau, beim Weibchen bräunlich.

Lediglich bei einigen Farbschlägen (Albinos, Lutinos), denen die nötigen Pigmente fehlen,

bleibt die Nasenhaut ein Leben lang rosa, wie beim Jungvogel.

Auch das Alter der Vögel lässt sich anhand äußerer Merkmale grob einschätzen. Der

Jungvogel hat eine rosa Nasenhaut, und es fehlen anfangs noch die ganz langen

Schwanzfedern. Beim ausgewachsenen, aber jungen Vogel zeigt sich das Auge rein

schwarz. Bei älteren Vögeln zeigt sich ein mit den Jahren zunehmender, heller Augenring.

Auch die Wellenmuster auf dem Kopf verändern sich. Mit zunehmendem Alter gehen sie

zurück.

NYMPHENSITTICH

Wissenschaftlicher Name:

Nymphicus hollandicus

Herkunft:

Nymphensittiche stammen aus Australien und sind dort fast überall – mit Ausnahme

einiger Küstenregionen – anzutreffen. Bevorzugt leben sie in weitem, offenem Buschland.

Auf der Suche nach Nahrung und geeigneten Brutplätzen legen sie in großen Schwärmen

weite Strecken zurück.

Wesen:

Beschäftigt man sich viel mit den Nymphensittichen, so können diese Vögel sehr zutraulich

und zahm werden. Sie sind neugierig, neuen Dingen gegenüber aber zunächst

etwas vorsichtig. Sie besitzen einen großen Bewegungsdrang und sind ausgezeichnete

Kletterer und Flieger. Die geselligen Vögel leben in der Natur – je nach Jahreszeit - in

großen Schwärmen oder paarweise und sollten daher nicht einzeln gehalten werden. Wie

viele Papageien- und Sitticharten haben sie einen natürlichen Nachahmungstrieb. Die

Sprachbegabung ist jedoch nicht sehr groß. Häufiger werden Melodien erlernt und nachgepfiffen.

Die natürlichen Lautäußerungen können gelegentlich etwas lauter werden, sind

jedoch recht angenehm, melodisch und auf wenige, kurze Zeiträume beschränkt.

Biologische Daten:

Größe: 30 bis 33 cm, Gewicht: 80 bis 100 g, Geschlechtsreife: 9 Monate, Brutdauer: 18

bis 22 Tage, Gelegegröße: 5 bis 6 Eier, flügge: in 28 bis 35 Tagen

Ernährung:

In der Natur ernähren sich die wilden Nymphensittiche vor allem von Grassamen. Aber

auch andere feine und grobe Saaten sowie Gräser, Kräuter und Früchte werden gefressen.

In der Heimtierhaltung füttert man mit dem Menü für Großsittiche oder Australian

eine Mischung aus feinen und größeren Saaten, wie z.B. Hirse und Sonnenblumenkernen.

Abgerundet wird die Ernährung durch verschiedene Ergänzungen, z.B. Kolbenhirse

und etwas Obst. Bei letzterem sind die Tiere aber oft wählerisch. Durch Ausprobieren

findet man aber schnell die Vorlieben der eigenen Tiere heraus. Da Nymphensittiche

gerne und viel knabbern, gibt man außerdem Kräcker® und frische Zweige, z.B. von

Obstbäumen.

Haltung:

Nymphensittiche werden sehr häufig als Heimvögel gehalten. Da diese Tiere wirklich sehr

gesellig sind und in Einzelhaltung unter Einsamkeit leiden, sollte man mindestens zwei

Nymphensittiche halten, wobei es auch zwei Hähne oder zwei Hennen sein können. Man

muss den Tieren in einer Eingewöhnungszeit jedoch behutsam die Möglichkeit geben,

sich kennen zu lernen. Nur selten kommt es vor, dass sich zwei Exemplare überhaupt

nicht verstehen.

Das Vogelheim sollte so groß sein, dass die Tiere problemlos darin die Flügel ausbreiten

und auch eine kurze Strecke fliegen können. Werden die Tiere nicht in einer großen

Voliere gehalten, so brauchen sie unbedingt auch regelmäßigen Freiflug.

Besonderheiten:

Bei erwachsenen, wildfarbenen Nymphensittichen lassen sich die Geschlechter leicht

unterscheiden. Beim Männchen besitzen die gelben und roten Partien des Kopfes sehr

klare Farben. Weibchen zeigen weniger leuchtende Farben, die mit Grau durchsetzt sind.

Außerdem besitzen sie eine typische Musterung, die auf der Unterseite der Schwanzfedern

sichtbar ist. Auch bei vielen der Farbspielarten sind diese Unterschiede erkennbar.

Aber Achtung: Als Jungvögel sehen alle Nymphensittiche eher wie Weibchen aus.

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