Der richtige Käfig

 

Der Käfig - Lebensraum ein Leben lang!

Die Käfige für Sittiche sind meist viel zu klein, und Käfige, die größer sind, sind meist hoch, aber zu schmal und zudem in der Regel für Papageien ausgelegt, sodass die Gitterabstände für unsere Nymphen zu groß sind - für Papageien aber sind diese Käfige wiederum zu klein! Sie werden oft als "Zimmervolieren" für teures Geld angeboten -doch von einer Voliere sind diese Behausungen weit entfernt, sie sind nicht einmal als Käfige groß genug!

Merke: Auch ein großer Käfig ist noch keine Voliere!
Das Wort "Voliere" kommt aus dem Lateinischen "volare:fliegen, segeln" (abgeleitet im Französischen: "voler", Subst. "Voliere") und bezeichnet eine Vogelbehausung, in welcher die Vögel eben dies tun können - fliegen!

Doch welcher Käfig ist der richtige?

Leider findet man den im Zoohandel selten Käfige, die den Mindestanforderungen an Sittiche entsprechen. Die Mindestanforderungen an die Käfigmaße, die wir im dNBb® vorschlagen, sind aus Mangel an einer eigenen Verordnung für Nymphensittiche, der Verordnung "Mindestanforderung für Papageien" abgeleitet. Ein Nymphensittich hat eine Flügelspannweite von über 30 cm, so kann man sich mal ein Bild von der Käfigbreite machen.

Ebenso bedauerlich: Selten informieren die Zoofachverkäufer die Kunden darüber, dass es diese Mindestanforderungen überhaupt gibt! Es steht mehr der Profit als der Tierschutzgedanke im Vordergrund. Wir selbst haben Kataloge gewälzt, um im Sittichfuttershop.de Käfige anbieten zu können. Leider ohne nennenswerten Erfolg. Ein Großhändler meinte einmal zu mir, ich solle mich nicht so anstellen, alle kaufen doch diese Käfiggröße - Wir stellen uns aber so an, denn es tut uns schon manchmal leid, wenn wir unsere Sittiche in der Zimmervoliere mit den den Maßen 4,00mx1,00mx2,00m beobachten, dass sie zur Zeit noch nicht größer ist, oder wenn wir Nymphensittiche in den Mindestmaßkäfig zeitweise umsiedeln müssen.

Warum gibt es die kleinen Käfige überhaupt?

Ich würde mal behaupten, weil der Mensch sich zwar gerne einen Nymphensittich zulegen möchte, jedoch dann nicht genug Platz zur Verfügen stellen möchte um einen "größeren" Käfig aufzustellen.
Wie war dies noch bei Oma ... der Wellensittich stand in der Küche und wurde abends abedeckt, damit er still ist

Wer sich die Haubenhäuptlinge zulegt, muss einfach mit mehr Platzverbrauch kalkulieren. Nymphensittiche sind wichtiger als ein TV Gerät oder eine Schrankwand! Wenn das nicht möglich ist, sollte man doch lieber darauf verzichten.

Die "Innenausstattung"

Die schlechtsten Käfige haben Sitzstangen aus Kunststoff. Diese Produkte sind als tierschutzwidrig abzulehnen, weil sie zu glatt sind und den Vögeln deshalb keinen ausreichenden Halt bieten und zu Gelenkschäden führen. Wenn sie zudem eine scharfkantige Riffelung aufweisen, verursachen diese Schäden an den Fußsohlen. Insbesondere bei Wellensittichen kann es zu irreversiblen Druckgeschwüren kommen. Für Papageien sind Kunststoffstangen generell wegen der durch das Benagen bedingten Verletzungsgefahr abzulehnen. Der zeitlich begrenzte Einsatz von Kunststoffstangen, die nur einseitig angebracht sind und deshalb schwingen, insbesondere in Kombination mit Holzstangen, ist akzeptabel. Am besten sind Naturäste. Die findet man bei einem Spaziergang oder im Garten. Birke, Buche oder Haselnuss sind dafür sehr gut geeignet.

Die meist mitgelieferten Wassertränken aus Kunststoff (Wasserspender) sind gänzlich ungeeignet. Auch von den Kunststoffschalen raten wir ab. Sie sind schwer zu reinigen und der Kunststoff nimmt gerne Farbstoffe usw. von Mineralien und Vitamine an. Wir empfehlen die Bodenfütterung in Tonschalen. Es ist ein Iriglaube, das Nymphensittiche ihr Futter und Wasser nicht auf dem Boden finden würden. In der Natur finden sie Wasser und Saaten auch auf dem Boden. Wenn schon Hängeschalen für Futter und Wasser, dann in Edelstahl. Das ist leicht zu reinigen und ist robust gegen "Schnabelangriffe"

  • Käfig Mindestmaße für zwei Nymphensittiche: LXBXH 100cmx50cmx100cm
  • Nymphensittiche sind keine Senkrechtstarter. Es ist KEIN Vorteil die Höhe proportional zur Grundfläche unverhältnismäßig groß zu wählen.
  • Bei Volierendraht darf das Gitter 20mmx20mm nicht überschreiten; Bei Käfigen, die keine Maschen wie Volieren haben, sondern überwiegend Streben, kann auch das schon zuviel sein, denn die Streben sind flexibel und können mit dem Kopf des Vogels auseinandergedrückt werden. Der Vogel bleibt dann stecken und erwürgt sich!
    Also Käfiggitterabstände lieber eine Nummer enger wählen!
  • Farbige Gitter sind nicht zu empfehlen, weiße verboten
  • Die Gitter müssen zum klettern tauglich sein. Also hauptsächlich QUER verlaufen
  • selbst die Mindestmaße gelten nur, wenn täglich Freiflug in der Wohnung gewährt wird
  • Nicht erlaubt sind runde Käfige Abgesehen von dem Umstand, dass die meisten runden Käfige zu klein sind für die jeweils herstellerseitig vorgesehene Vogelart, weisen sie fast ausschließlich Senkrechtverdrahtung auf und sind zumindest für Papageien und Sittiche schon deshalb ungeeignet. Die fehlende Rückzugsmöglichkeit und die erschwerte räumliche Orientierung sind weitere tierschutzrelevante Mängel.
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  •  Wichtig ist die Richtige Ausstattung an Spielzeug. Nicht geeignet sind fertige Holzkörbe oder -Schalen aus geflochtenem Holz o.ä. Oft sind diese Artikel mit Schutzmitteln oder Farbe besprüht.
  • Nicht geeignet ist Sandpapier als Einstreuersatz: Sandpapier am Käfigboden kann zu Verletzungen der Füße von Vögeln führen. Oft entspricht die Saugfähigkeit nicht der des üblichen Vogelsandes. Keime vermehren sich in einem feuchten Milieu besonders stark. Sandpapier ist lediglich als Unterlage für darauf zu streuenden Vogelsand, der dann aufgepickt werden kann, geeignet. Von den Herstellern sind entsprechende Hinweise auf die Packungen aufzudrucken.
  • Nicht geeignet ist Zeitungspapier als Einstreuersatz. Gefährdung der Gesundheit durch Druckerschwärze oder chemikalische Rückstände im behandelten Papier (Fettgedruckt: Auswahl von Heimtierprodukten, die nicht den Anforderungen der §§ 1 u. 2 Tierschutzgesetz (TSchG) entsprechen. )